Marder auf dem Dachboden: Erkennen, Vertreiben & Vorbeugen

Einen Marder auf dem Dachboden erkennen Sie an: nächtlichem Poltern und Kratzen (22-4 Uhr), wurstförmigem Kot (8-10 cm), stechendem Geruch, Futterresten und zerstörter Dämmung. Wichtig: Marder dürfen nicht gefangen oder getötet werden (Jagdrecht). Die Lösung ist professionelle Vergrämung plus Abdichtung aller Zugänge.
Wichtig: Marder stehen unter Jagdrecht!
Der Steinmarder unterliegt dem Bundesjagdgesetz. Fangen oder Töten ohne Jagdschein ist eine Straftat (Wilderei) und kann mit Bußgeldern bis 5.000€ geahndet werden. Vergrämung (Vertreibung) ist erlaubt – und die einzig sinnvolle Lösung, denn ein getöteter Marder wird schnell durch einen neuen ersetzt.
Marder auf dem Dachboden erkennen: Die 6 sicheren Anzeichen
Der Steinmarder ist nachtaktiv und sehr scheu – Sie werden ihn selten zu Gesicht bekommen. Aber er hinterlässt unverwechselbare Spuren:
1. Nächtliche Geräusche – Poltern, Kratzen, Laufen
Das häufigste erste Anzeichen. Marder sind zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgensaktiv. Sie hören:
- • Poltern und Rumpeln: Marder springen und toben, besonders während der Paarungszeit
- • Kratzen und Scharren: Beim Graben in der Dämmung
- • Laufgeräusche: Schnelle Schritte über die Decke
- • Knabbern und Nagen: An Kabeln, Holz, Dämmung
- • Fauchen und Kreischen: Bei Revierkämpfen (Paarungszeit März/April)
Marder oder Mäuse? So unterscheiden Sie:
Mäuse verursachen leises Trippeln und Kratzen. Marder sind deutlich lauter – das Poltern klingt, als würde jemand Möbel verrücken. Ein Marder wiegt 1-2 kg, eine Maus 20 g. Wenn Sie unsicher sind: Marderkot ist 8-10 cm lang, Mäusekot nur wenige Millimeter.
2. Marderkot – Das eindeutigste Zeichen
Marderkot ist unverwechselbar und liefert den sichersten Beweis:
- • Form: Wurstförmig, oft spiralförmig gedreht
- • Größe: 8-10 cm lang, etwa fingerbreit
- • Farbe: Dunkelbraun bis schwarz
- • Inhalt: Oft sichtbare Reste – Fell, Federn, Obstkerne, Insektenteile
- • Geruch: Streng, moschusartig
- • Fundorte: Immer wieder an denselben Stellen (Kotplätze)
3. Strenger Geruch – Urin und Duftmarken
Marder markieren ihr Revier intensiv mit Urin und Sekreten aus Analdrüsen. Der Geruch ist stechend, moschusartig und sehr penetrant. Bei starkem Befall kann er durch die Decke in die Wohnräume dringen. Der Geruch verstärkt sich bei Wärme – im Sommer und bei Heizungsbetrieb besonders intensiv.
4. Futterreste und Beutetiere
Marder legen Nahrungsdepots an und fressen auf dem Dachboden. Sie finden:
- • Eierschalen (Marder plündern Vogelnester)
- • Obstreste, Kirschkerne, Beeren
- • Federn und Knochen von Vögeln
- • Reste von Mäusen und anderen Kleintieren
- • Aas – der Verwesungsgeruch ist unverwechselbar
5. Zerstörte Dämmung
Marder wühlen in der Dachisolierung, um Nester zu bauen. Typische Schäden:
- • Aufgewühlte und zerfetzte Dämmwolle
- • Löcher und Tunnel in der Isolierung
- • Dampfsperrfolie zerbissen oder zerrissen
- • Kot und Urin in der Dämmung → Schimmelgefahr!
6. Zerbissene Kabel und Schläuche
Marder nagen an allem, was weich ist – aus Spieltrieb, zur Reviermarkierung und zum Zahnabrieb. Gefährdet sind:
Brandgefahr durch Kabelschäden!
Zerbissene Stromkabel auf dem Dachboden sind ein ernstes Brandrisiko. Wenn Sie einen Marder vermuten, lassen Sie die Elektroinstallation prüfen. Auch Autokabel (Zündkabel, Kühlschläuche) sind häufig betroffen – prüfen Sie Ihr Auto, wenn Sie einen Marder im Haus haben.
Welche Schäden verursacht ein Marder?
Die Schäden durch Marder werden oft unterschätzt – und von vielen Versicherungen nicht gedeckt:
| Schadensart | Beschreibung | Typische Kosten |
|---|---|---|
| Dämmung | Zerfetzt, verschmutzt, durchnässt mit Urin | 1.000-5.000€ |
| Elektrik | Zerbissene Kabel, Kurzschluss, Brandgefahr | 500-3.000€ |
| Dampfsperre | Beschädigt → Feuchtigkeit → Schimmel | 2.000-8.000€ |
| Auto | Zündkabel, Kühlschläuche, Bremsschläuche | 150-2.000€ |
| Folgeschäden | Schimmel, Wärmeverlust, Geruchsbelastung | Variabel, oft 5.000€+ |
Versicherung: Was ist gedeckt?
Wohngebäudeversicherung: Deckt Marderschäden oft nur bei Zusatzklausel. Prüfen Sie Ihre Police! Kfz-Teilkasko: Deckt meist Marderbisse an Kabeln und Schläuchen, aber oft mit Obergrenze. Folgeschäden (Motorschaden durch undichten Kühlschlauch) sind häufig ausgeschlossen.
Rechtliche Lage: Was ist erlaubt, was verboten?
Der Steinmarder ist in Deutschland jagdbares Wild nach dem Bundesjagdgesetz. Das hat weitreichende Konsequenzen:
✗ Verboten
- • Fangen (auch Lebendfallen) ohne Jagdschein
- • Töten in jeder Form
- • Vergiften
- • Während der Schonzeit (1.3.-16.10.) auch für Jäger
- Strafe: Bußgeld bis 5.000€, ggf. Strafanzeige wegen Wilderei
✓ Erlaubt
- • Vergrämung (Vertreibung durch Störung)
- • Verschließen von Zugängen
- • Einsatz von Duftstoffen
- • Ultraschall und Lichtblitze
- • Beauftragung eines Jägers (außerhalb Schonzeit)
Wichtig: Selbst wenn Sie einen Jäger beauftragen – ein gefangener oder getöteter Marder löst das Problem nicht dauerhaft. Das freigewordene Revier wird binnen Wochen von einem neuen Marder besetzt. Nur die Kombination aus Vergrämung und Abdichtung führt zu nachhaltigem Erfolg.
Marder vertreiben: Methoden im Überblick
Vergrämung bedeutet: Den Dachboden so unattraktiv machen, dass der Marder freiwillig geht. Hier die gängigen Methoden – und was davon wirklich funktioniert:
| Methode | Wirksamkeit | Anmerkung |
|---|---|---|
| Ultraschallgeräte | △ Bedingt | Anfangs wirksam, Gewöhnung nach 2-4 Wochen |
| Lichtblitze / Stroboskop | △ Bedingt | Stört den nachtaktiven Marder, aber Gewöhnung möglich |
| WC-Steine / Mottenkugeln | ✗ Unwirksam | Kein nachgewiesener Effekt |
| Hundehaare / Tierurin | ✗ Unwirksam | Marder haben keine natürlichen Feinde im Haus |
| Professionelle Duftstoffe | ✓ Wirksam | Spezielle Vergrämungsmittel für Profis |
| Kombination mehrerer Methoden | ✓ Sehr wirksam | Ultraschall + Licht + Duft = beste Wirkung |
| Zugänge verschließen | ✓ Essentiell | Ohne Abdichtung kommt der Marder zurück! |
Die einzig nachhaltige Lösung
Vergrämung + Abdichtung ist der einzige Weg zu dauerhaftem Erfolg. Erst wird der Marder durch Störung vertrieben, dann werden alle Zugängemardersicher verschlossen. Nur Vergrämung ohne Abdichtung: Der Marder kehrt zurück. Nur Abdichtung ohne Vergrämung: Sie sperren den Marder ein.
Professionelle Marderabwehr: So gehen wir vor
Ein erfahrener Schädlingsbekämpfer geht systematisch vor, um den Marder dauerhaft loszuwerden:
1Inspektion
Begehung des Dachbodens, Identifikation von Kotplätzen, Laufwegen, Nestern und allen Zugangspunkten. Dokumentation der Schäden.
2Vergrämung
Installation von Ultraschall, Lichtblitz und/oder professionellen Duftstoffen. Der Marder verlässt den Dachboden innerhalb von 1-2 Wochen.
3Abdichtung
Verschließen aller Zugangspunkte mit mardersicheren Materialien (Blech, engmaschiges Drahtgitter, spezielle Gitter). Marder quetschen sich durch 5 cm Spalten!
4Kontrolle
Nachkontrolle nach 2-4 Wochen. Prüfung, ob der Marder weg ist und alle Zugänge dicht sind. Bei Bedarf Nachbesserung.
Was kostet die Marderabwehr?
Die Kosten hängen vom Aufwand der Abdichtung ab:
| Leistung | Preis bei AHS | Anmerkung |
|---|---|---|
| Anfahrt + Inspektion | 49€ | Wird bei Auftragserteilung angerechnet |
| Vergrämung (Geräte + Duftstoffe) | Ab 199€ | Je nach Dachbodengröße |
| Abdichtung (einfach) | Ab 299€ | Wenige, gut zugängliche Stellen |
| Abdichtung (komplex) | Ab 499€ | Viele Zugänge, schwer erreichbar |
| Komplett-Paket | Ab 599€ | Vergrämung + Abdichtung + Kontrolle |
Unsere Garantie
Nach erfolgreicher Abdichtung geben wir Ihnen eine Garantie: Sollte innerhalb von 12 Monaten ein erneuter Marderbefall auftreten, vereinbaren wir eine Nachbehandlung zu vergünstigten Konditionen. Sie erhalten vorab einen verbindlichen Festpreis.
Wo kommen Marder ins Haus? Typische Zugänge
Marder sind erstaunliche Kletterer und zwängen sich durch Öffnungen ab 5 cm Durchmesser. Diese Stellen müssen geprüft und verschlossen werden:
Am Dach
- • Dachüberstände und Traufen
- • Lockere oder fehlende Dachziegel
- • Lüftungsöffnungen und -gitter
- • Übergänge Dach/Wand
- • Schornsteineinfassungen
- • Dachfenster (Anschlüsse)
An der Fassade
- • Fallrohre und Regenrinnen (Kletterhilfe!)
- • Fassadenbegrünung (Efeu, Wein)
- • Spalten an Rollladenkästen
- • Defekte Lüftungsgitter
- • Kabeleinführungen
- • Nahestehende Bäume
Wichtig: Nicht einsperren!
Verschließen Sie Zugänge niemals, bevor der Marder vertrieben wurde. Ein eingesperrter Marder richtet massive Schäden an, um zu entkommen. Außerdem: Im Frühjahr können Jungtiere im Nest sein, die ohne die Mutter verhungern würden.
Marderbefall vorbeugen: 7 Tipps
Besser als jede Bekämpfung ist Prävention. Diese Maßnahmen erschweren Mardern den Zugang:
- Fallrohre sichern: Marderbürsten oder glatte Manschetten verhindern das Hochklettern.
- Bäume zurückschneiden: Mindestens 2 m Abstand zum Dach – Marder springen bis zu 2 m weit.
- Lüftungsgitter prüfen: Engmaschiges Drahtgitter (max. 3 cm Maschenweite) verwenden.
- Dach kontrollieren: Lockere Ziegel, Spalten an Übergängen regelmäßig prüfen.
- Fassadenbegrünung entfernen: Efeu und Wein sind perfekte Kletterhilfen.
- Keine Nahrungsquellen: Fallobst entfernen, Mülltonnen verschließen, kein Katzenfutter draußen.
- Auto schützen: Motorwäsche entfernt Duftmarken, Mardergitter oder -matten unter dem Fahrzeug.
Häufige Fragen zu Mardern auf dem Dachboden
Wann sind Marder besonders aktiv?
Marder sind ganzjährig aktiv, aber es gibt Hochphasen: März/April(Paarungszeit – Revierkämpfe, viel Lärm), Juni/Juli (Jungenaufzucht),September/Oktober (Jungmarder suchen eigene Reviere). Im Winter nutzen sie Dachböden verstärkt als warmes Quartier.
Geht der Marder von alleine wieder weg?
Unwahrscheinlich. Ein Dachboden bietet alles, was ein Marder braucht: Wärme, Schutz, keine Feinde. Ohne aktive Vergrämung bleibt er – oft jahrelang. Ausnahme: Jungmarder, die im Herbst auf der Suche nach einem eigenen Revier kurz "vorbeischauen".
Sind Marder gefährlich für Menschen?
Marder greifen Menschen nicht an und meiden direkten Kontakt. In die Enge getrieben, können sie jedoch beißen. Fassen Sie einen Marder niemals an! Außerdem: Marderkot kann Parasiten und Krankheitserreger enthalten – bei der Reinigung Handschuhe und Mundschutz tragen.
Hilft ein Hund oder eine Katze gegen Marder?
Nein. Marder haben in Deutschland keine natürlichen Feinde. Hunde und Katzen beeindrucken sie nicht – im Gegenteil, Marder können für Katzen sogar gefährlich werden. Der Marder weicht bestenfalls auf andere Bereiche des Grundstücks aus.
Wer zahlt – Mieter oder Vermieter?
Grundsätzlich ist der Vermieter für einen bewohnbaren Zustand verantwortlich. Marderbefall ist ein Mangel der Mietsache. Melden Sie den Befall schriftlich – der Vermieter muss für Abhilfe sorgen. Die Kosten trägt in der Regel der Vermieter.
Kann ich einen Jäger beauftragen?
Ja, aber nur außerhalb der Schonzeit (16. Oktober bis 28. Februar). Der Jäger kann den Marder fangen oder erlegen – aber das löst das Problem nicht dauerhaft. Das freigewordene Revier wird schnell von einem neuen Marder besetzt. Nur Abdichtung schützt langfristig.
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